Kanton Zürich verleiht erstmals Preis für Versorgungsforschung

06.07.2018 - Medienmitteilung

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Verleihung Versorgungsforschungspreis 2018

Der Kanton will die Versorgungsforschung weiter stärken und hat dafür den Zürcher Versorgungsforschungspreis ausgeschrieben. Erster Preisträger des mit insgesamt 30'000 Franken dotierten Preises ist ein Projekt zur pflegerischen Unterstützung von Angehörigen kritisch erkrankter Patientinnen und Patienten. Die Preisübergabe durch Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger findet heute im Rahmen des 5. Zürcher Forums für Versorgungsforschung statt.

Die medizinische Forschung wird eingeteilt in Grundlagenforschung, translationale Forschung, klinische Forschung und Versorgungsforschung. Während sich die Grundlagenforschung und zu einem grossen Teil auch die translationale Forschung isoliert in Laboratorien abspielt, finden die klinische Forschung und vor allem auch die Versorgungsforschung unter den normalen Bedingungen des menschlichen Alltags statt. Die Versorgungsforschung wird deshalb oft auch als «letzte Forschungsmeile» auf dem langen Weg «vom Reagenzglas zum Patienten» bezeichnet. Sie ist das wichtige Gegenstück zur Grundlagenforschung, weil sie untersucht, welche Wirkung und welchen Nutzen zu welchem Preis Versorgungsleistungen unter den komplexen Voraussetzungen des Alltages erzeugen. Die Versorgungsforschung zeigt beispielsweise auf, welche Behandlungsverfahren für Patientinnen und Patienten über alles gesehen den grössten Behandlungserfolg mit sich bringen oder die Lebensqualität merklich verbessern.

Um die Versorgungsforschung in der Schweiz und vor allem auch im Kanton Zürich zu fördern, unterstützt die Gesundheitsdirektion seit seiner Lancierung vor fünf Jahren das Zürcher Forum für Versorgungsforschung und hat dieses Jahr erstmals den Zürcher Versorgungsforschungspreis ausgeschrieben. Im Unterschied zu anderen Forschungspreisen wird mit dem Zürcher Versorgungsforschungspreis nicht Forschung, die bereits durchgeführt worden ist, prämiert, sondern neue Forschung angestossen. Dazu wird die jeweils zur Verfügung stehende jährliche Preissumme von insgesamt 30'000 Franken aufgeteilt in drei Tranchen, die gestaffelt zur Auszahlung kommen: die erste zur Prämierung der Forschungsidee, die zweite für den ausgearbeiteten Umsetzungsplan und die dritte nach erfolgreicher Durchführung des Forschungsprojektes.

Eine unabhängige Jury, bestehend aus je einer Vertretung der Patienteninteressen, der Wissenschaft und der Gesundheitsdirektion, hat die Projekteingaben verglichen und bewertet. Sie hat einstimmig das Projekt «Familien von kritisch erkrankten Patient(inn)en unterstützen: Entwicklung, Einführung und Evaluation eines innovativen, pflegegeleiteten Unterstützungsangebots für Familien auf der Intensivstation», eine gemeinsame Eingabe des Zentrums für klinische Pflegewissenschaften und des Instituts für Intensivmedizin des Universitätsspitals Zürich, zum Sieger erkoren.

«Versorgungsforschung stellt rechtzeitig die richtigen Fragen»

Die Preisverleihung findet heute im Rahmen des 5. Zürcher Forums für Versorgungsforschung statt. Für Gesundheitsdirektor und Regierungspräsident Thomas Heiniger soll der Preis mithelfen, die Versorgungsforschung, die in der Schweiz noch zu wenig Beachtung findet, zum Thema zu machen. «Versorgungsforschung stellt rechtzeitig die richtigen Fragen. Sie befasst sich mit konkreten Anwendungssituationen. Sie hilft ‒ etwas pointiert formuliert ‒ bei der Suche nach der effizientesten und effektivsten Gesundheitsversorgung», beschreibt Thomas Heiniger die Bedeutung und den Nutzen der Versorgungsforschung.

Die nächste Durchführung des Versorgungsforschungspreises ist für 2019 geplant. Weitere Informationen zum Thema unter www.gd.zh.ch/versorgungsforschung

Verleihung des Versorgungsforschungspreises
Rahel Naef (vorne Mitte) mit dem Projektteam des USZ und Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger (3. v. r.)

(Medienmitteilung der Gesundheitsdirektion)

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