Die ambulante Pflegeversorgung nimmt zu

12.04.2018 - Medienmitteilung

Zurück zu Aktuell

Immer häufiger nutzen Zürcherinnen und Zürcher, die betreut oder gepflegt werden müssen, ambulante Versorgungsangebote (Spitex). Setzt sich dieser Trend fort, benötigt der Kanton Zürich trotz der demographischen Entwicklung in den nächsten Jahren nur wenige zusätzliche stationäre Pflegeplätze in Alters- und Pflegeheimen.

Die Zahl der älteren Menschen nimmt in den nächsten Jahren deutlich zu. Auch wenn Pflegebedürftigkeit eintritt, wollen die meisten Betroffenen in der gewohnten Umgebung bleiben und den Wechsel in ein Alters- und Pflegeheim so lange wie möglich vermeiden. Die Sicherstellung der Pflegeversorgung und damit auch die Bereitstellung geeigneter ambulanter Pflegeangebote fällt im Kanton Zürich in die Verantwortung der Gemeinden. Damit die Gemeinden für ihre Pflegeversorgungsplanung auf verlässliche Daten zurückgreifen können, hat die Gesundheitsdirektion das Schweizerische Gesundheitsobservatorium (Obsan) bereits zum zweiten Mal beauftragt, die Nachfrage nach stationären Pflegeplätzen bis ins Jahr 2035 zu prognostizieren.

In seiner jüngsten Prognose kommt das Obsan zum Schluss, dass bis 2035 im Kanton Zürich rund 1100 zusätzliche Pflegebetten benötigt werden. Im Vergleich zu den heutigen 18'600 Betten entspricht dies einem moderaten Zusatzbedarf von 6 Prozent verteilt auf rund 20 Jahre. In der ersten Studie vor drei Jahren prognostizierte das Obsan bis 2035 noch einen Zusatzbettenbedarf von rund 3000 Pflegebetten. Diese Zahl hat sich deutlich reduziert: Zum einen wurden in der Zwischenzeit bereits rund 600 zusätzliche Betten in Betrieb genommen. Zum andern hat in den letzten Jahren die angestrebte Substitution in den ambulanten Bereich, hin zu mehr Spitexleistungen, eingesetzt.

Das Substitutionspotenzial in Richtung ambulante Pflege und Betreuung ist im Kanton Zürich aber noch nicht ausgeschöpft: So wohnen weiterhin viele Zürcherinnen und Zürcher ohne oder mit nur leichtem Pflegebedarf in einem Alters- und Pflegeheim. Diese Personen könnten gemäss Fachexperten mehrheitlich auch zuhause ambulant betreut und gepflegt werden. Auch wenn die Entwicklung der letzten drei Jahre zeigt, dass sich die Pflegeversorgung im Kanton Zürich hin zu vermehrter ambulanter Versorgung bewegt, sind die Gemeinden bei der Sicherstellung der Pflegeversorgung und den damit verbundenen Handlungsmöglichkeiten zur Förderung der ambulanten Pflege weiterhin gefordert.

Die Handlungsmöglichkeiten der Gemeinden und die detaillierten Zahlen der jüngsten Studie des Obsan für den Kanton Zürich und dessen Bezirke sowie für neun spezifische, vom Gemeindepräsidentenverband definierte Gemeindeverbunde sind unter www.gd.zh.ch/langzeit einsehbar.

(Medienmitteilung der Gesundheitsdirektion)

Zurück zu Aktuell