Zürcher Gesundheitsplattform: Finanzielle Unterstützung für innovatives Langzeitprojekt der Universität

30.11.2017 - Medienmitteilung

Zurück zu Aktuell

Der Regierungsrat beantragt dem Kantonsrat, die Gesundheitsplattform «Hopp Zürich» mit jährlich 2 Millionen Franken über einen Zeitraum von 10 Jahren zu unterstützen. Das innovative Langzeitprojekt der Universität Zürich stellt die Gesundheit der Bevölkerung in den Mittelpunkt. Es ermöglicht erstmals die Erhebung von Verlaufsdaten zum Gesundheitszustand der Zürcherinnen und Zürcher. Dem Kanton bietet sich damit die Chance, Datengrundlagen für eine gezielte und nachhaltige künftige Gesundheitsversorgung zu gewinnen.

Die medizinische Forschung und die Entwicklung von präventiven und kurativen Strategien und Behandlungsmethoden zugunsten der Gesundheit der Bevölkerung haben im Kanton Zürich und an seinen universitären Institutionen seit Jahrzehnten einen hohen Stellenwert. Als Grundlage für eine patientenorientierte und wissenschaftlich abgestützte künftige Gesundheitsvorsorge und -versorgung braucht es zusätzlich auch statistisch aussagekräftige Gesundheitsdaten, die als Längsschnitt erhoben werden und so Krankheits- und Behandlungsverläufe, die Inanspruchnahme von medizinischen Leistungen oder das Verhalten im Alltag über einen längeren Zeitraum abbilden können.

Diese Lücke will die Universität Zürich mit dem Aufbau der Gesundheitsplattform «Hopp Zürich» («Health of Population Project Zurich») schliessen. Das Institut für Epidemiologie, Biostatistik und Prävention (EBPI) hat dazu die erste umsetzungsreife Studienanlage in der Schweiz erarbeitet. Das Langzeitprojekt sieht vor, die gesundheitliche Entwicklung von rund 20'000 Zürcherinnen und Zürchern, die sich zu einer Teilnahme bereit erklären, während 10 Jahren wissenschaftlich zu begleiten. Bis heute gibt es in der Schweiz keine umfassende Langzeitstudie mit einer die Bevölkerung ausreichend repräsentierenden Kohorte ‒ weder auf Bundes- noch auf kantonaler Ebene. International hingegen wurden solche Konzepte in den letzten Jahren stets weiterentwickelt; an diese soll angeschlossen werden.

Mit dem Projekt «Hopp Zürich» bietet sich dem Kanton die Chance, Datengrundlagen für eine gezielte und nachhaltige künftige Gesundheitsversorgung zu gewinnen und diese bevölkerungsbezogen, transparent und wissenschaftlich fundiert weiter zu gestalten.

Das Projekt wurde dem Kantonsrat ein erstes Mal mit dem Antrag auf eine Mitfinanzierung über den Lotteriefonds vorgelegt. Der Kantonsrat lehnte den Antrag im vergangenen Juni ab und verwies in der Begründung unter anderem darauf, eine Beitragsgewährung an ein kantonales Institut entspreche nicht der Zweckbestimmung des Lotteriefonds, sondern müsste über das ordentliche Budget des Kantons erfolgen. Diesem rechtlichen Einwand kommt der Regierungsrat mit dem Kreditantrag an den Kantonsrat nach.

Die Universität Zürich geht für das Langfristprojekt von Kosten von rund 31 Millionen Franken im Lauf von 10 Jahren aus. Daran leistet das EBPI rund 6 Millionen Franken aus dem ordentlichen Budget der Universität, rund 5 Millionen sind von Dritten beizusteuern. Zur Deckung der verbleibenden Kosten würde der Kanton in den Jahren 2018 bis 2027 jeweils 2 Millionen Franken, und somit insgesamt 20 Millionen Franken über 10 Jahre, leisten.

(Medienmitteilung des Regierungsrates)

Zurück zu Aktuell