Zürcher Bevölkerung ist mit der Gesundheitsversorgung weiterhin sehr zufrieden

26.04.2012 - Medienmitteilung

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Tabelle mit der Zufriedenheitsskala über die Gesundheitsversorgung im Kanton Zürich

Die Einwohnerinnen und Einwohner sind mit der Gesundheitsversorgung im Kanton Zürich nach wie vor sehr zufrieden. Das zeigt die neuste repräsentative Umfrage, die im Auftrag der Gesundheitsdirektion durchgeführt worden ist. Ungeachtet der Veränderungen in Zusammenhang mit dem Systemwechsel in der Spitalfinanzierung, sehen die Befragten die Herausforderung nicht in erster Linie im Bereich der Spitäler und deren Finanzierung, sondern eher bei der Pflege im Alter.

Jedes Jahr werden 1600 im Kanton Zürich wohnhafte Personen ab 18 Jahren zu ihrer Zufriedenheit mit dem Gesundheitswesen befragt. Inzwischen liegen die Ergebnisse der neusten repräsentativen Umfrage vor, die im November 2011 im Auftrag der Gesundheitsdirektion durchgeführt worden ist. Die Zürcher Gesundheitsversorgung erhielt dabei unverändert gute Noten. So fühlt sich die Bevölkerung durch das Gesundheitswesen sehr gut abgesichert, die medizinischen Dienste werden als gut erreichbar und zugänglich beurteilt, und die Einwohnerinnen und Einwohner sind ganz generell mit dem Funktionieren des Gesundheitswesens im Kanton zufrieden.

Steigende Zufriedenheit mit dem Gesundheitswesen

Die meisten zentralen Indikatoren (vgl. Tabelle und Grafik im Anhang) weisen seit 2003 auf einer Skala von 1 (überhaupt nicht zufrieden) bis 10 (sehr zufrieden) eine steigende Tendenz auf:

  • So stieg die generelle Zufriedenheit mit der Gesundheitsversorgung insgesamt fast kontinuierlich von 7.54 (2003) auf 7.90 (2011) Punkte. Dabei äusserten sich 65 Prozent der Befragten zufrieden oder sehr zufrieden, während lediglich ein Prozent gar nicht zufrieden ist.
  • Die Beurteilung der Zugänglichkeit der medizinischen Dienste verbesserte sich in den letzten acht Jahren von 8.06 auf 8.29 Punkte. 76 Prozent schätzen die Zugänglichkeit heute als gut bis sehr gut ein, 22 Prozent antworteten mit mittleren Werten. Medizinische Dienste umfassen in der Umfrage Leistungen von Hausärzten, Spezialisten, dem Rettungsdienst, der Notfallaufnahme in Spitälern, der Spitex und von Apotheken.
  • Ebenfalls festzustellen ist eine Verbesserung des Sicherheitsgefühls, auch wenn 2011 der Spitzenwert von 2010 nicht mehr erreicht wurde. Die Beurteilung stieg von 8.41 (2003) auf 8.58 (2011) Punkte. 83 Prozent der Befragten stimmen der Aussage «Insgesamt fühle ich mich durch die Gesundheitsversorgung im Kanton Zürich gut abgesichert» stark zu, nicht einmal 1 Prozent weist die Aussage zurück.
  • Personen, die im Verlauf der letzten zwölf Monate zur stationären Behandlung im Spital waren, wurden danach gefragt, wie zufrieden sie mit der medizinischen Behandlung waren. Im Schnitt vergaben sie einen sehr hohen Wert von 8.61 Punkten. 83 Prozent äusserten sich zufrieden oder sehr zufrieden (wobei 47 Prozent den Höchstwert von zehn Punkten vergaben), 13 Prozent waren mehr oder weniger zufrieden, drei Prozent nicht zufrieden. Als einziger Indikator weist die «Kundenzufriedenheit» seit 2003 keine steigende Tendenz auf, bleibt aber auf hohem Niveau konstant.

Keine Zweiklassenmedizin

Bei allen zentralen Indikatoren fällt auf, dass die Bewertung vom Einkommen und von der Versicherungssituation der Befragten kaum beeinflusst wird. Personen mit tieferen Einkommen oder Allgemeinversicherte sind grundsätzlich genauso zufrieden mit dem Gesundheitswesen wie Gutverdienende oder Privatversicherte. Dieser Befund bestätigt, dass die Gesundheitsversorgung im Kanton Zürich auf die Bedürfnisse der gesamten Bevölkerung ausgerichtet und die Zufriedenheit mit dem System nicht abhängig von der Versicherungsklasse ist.

Besonders zufrieden sind Personen ab 70 Jahren. Sie fühlen sich im Vergleich mit Jüngeren (noch) besser abgesichert. Die Vermutung liegt nahe, dass die stärkere Nutzung und intensivere Kenntnis des Gesundheitswesens zur positiveren Einschätzung führt. Die höhere Nutzung zeigt sich in mehreren Punkten: So haben ältere Menschen tendenziell häufiger einen persönlichen Hausarzt und waren in den letzten zwölf Monaten auch häufiger beim Arzt oder im Spital. Sie fühlen sich zudem besser informiert und verfügen häufiger über eine halbprivate oder private Krankenversicherung.

Pflege im Alter bleibt eine wichtige Herausforderung

Die Ergebnisse der Befragung bestätigen insgesamt die hohe Qualität der Gesundheitsversorgung im Kanton Zürich und das Vertrauen in diese. Das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung gegenüber dem Gesundheitswesen wurde in der Umfrage durch die bevorstehende Einführung der neuen Spitalfinanzierung in der Schweiz mit Fallpauschalen kaum tangiert. Zwar ist im Vergleich zum Vorjahr ein leichter Rückgang im Sicherheitsempfinden zu verzeichnen. Mit 8.58 Punkten auf der 10er-Skala erreicht dieses aber immer noch den zweitbesten Wert aller vier Indikatoren. Im Vergleich mit der Vorjahresumfrage wird die zukünftige Sicherheit der Gesundheitsversorgung im Kanton zudem unverändert beurteilt: Rund 83 Prozent der Befragten sehen diese als gegeben an.

Trotz der Veränderungen, die der Systemwechsel in der Spitalfinanzierung mit sich gebracht hat und der damit verbundenen öffentlichen Diskussion, sehen die Befragten die Herausforderungen also nicht in erster Linie im Bereich der Spitäler und deren Finanzierung, sondern eher bei der Pflege im Alter. Damit werden die Befunde der früheren Umfragen bestätigt. Das Sicherheitsgefühl, sich auch in Zukunft einen Altersheimplatz leisten zu können, ist bei den Befragungen in den letzten Jahren zwar kontinuierlich gestiegen, der Wert liegt aber nach wie vor unter jenem zur individuellen Finanzierbarkeit einer ausreichenden Gesundheitsversorgung insgesamt oder von Spitexleistungen im Besonderen. Vergleichsweise tiefer fällt bei den Befragten auch das Vertrauen in die Verfügbarkeit eines Alterspflegeheimplatzes aus. Lediglich ein Sechstel der Befragten ist zuversichtlich, bei Bedarf einen Platz im gewünschten Alterspflegeheim zu erhalten.

Mit der Umsetzung des neuen Pflegegesetzes und der damit verbundenen Erhöhung der finanziellen Transparenz hat der Kanton Zürich die Grundlagen für eine positive Entwicklung geschaffen. Mit der Einführung der kommunalen Pflegekonzepte werden die Voraussetzungen für ein bedürfnisgerechtes Pflegeangebot weiter verbessert.

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(Medienmitteilung der Gesundheitsdirektion)

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