Zürcher Spitalliste 2012 für den Bereich Psychiatrie nach Vernehmlassung festgesetzt

16.12.2011 - Medienmitteilung

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Der Regierungsrat hat die Zürcher Spitalliste 2012 mit den Leistungsaufträgen für die stationäre Psychiatrie festgesetzt. Sie tritt gleichzeitig mit den Spitallisten Akutsomatik und Rehabilitation auf den 1. Januar 2012 in Kraft. Die in der Vernehmlassung eingegangenen Stellungnahmen wurden von der Gesundheitsdirektion geprüft. Im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie wurde ein zusätzlicher Leistungsauftrag vergeben.

Als letzten Schritt der Psychiatrieplanung 2012 hat der Regierungsrat die Zürcher Spitalliste mit den Leistungsaufträgen für die Institutionen der stationären Psychiatrie neu festgesetzt. Sie tritt auf den 1. Januar 2012 in Kraft und stellt die Spitalversorgung für die Zürcher Bevölkerung sicher. Gleichzeitig mit der Zürcher Spitalliste 2012 Psychiatrie tritt die neue Zürcher Spitalliste Akutsomatik und Rehabilitation in Kraft.

Die einzelnen Etappen der Psychiatrieplanung 2012 – Bedarfsprognose bis 2020, Bewerbungsverfahren, Evaluation der Leistungserbringer und Erstellung der Spitalliste – werden im Strukturbericht Psychiatrie dargestellt. Bei der Evaluation wurden jene Bewerber berücksichtigt, die für die Bedarfsabdeckung notwendig sind, die die generellen und spezifischen Qualitätsanforderungen ab 2012 erfüllen und hinsichtlich der Kriterien Wirtschaftlichkeit und Zugänglichkeit gute Werte erzielten. Zum Entwurf der Spitalliste wurde zusammen mit dem Versorgungs- und dem Strukturbericht im Herbst eine Vernehmlassung durchgeführt. Die Stellungnahmen und Anträge wurden von der Gesundheitsdirektion geprüft und haben zur Optimierung des Strukturberichts und der Spitalliste 2012 beigetragen. Dabei kam es in einem Punkt zu einer wesentlichen Anpassung im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie.

16 Kliniken stellen die stationäre Versorgung sicher

Die Zürcher Spitalliste 2012 Psychiatrie umfasst 16 Leistungserbringer. Sechs Kliniken bieten das ganze Leistungsspektrum der Allgemeinpsychiatrie an. Es sind dies die Psychiatrische Universitätsklinik Zürich, die Integrierte Psychiatrie Winterthur-Zürcher Unterland, das Sanatorium Kilchberg, Clienia Schlössli, der Psychiatriestützpunkt Affoltern und das Psychiatriezentrum der Spitäler Schaffhausen. Sie waren bereits auf der bisherigen Psychiatrie-Spitalliste (Abschnitt A) aufgeführt.
Die Forel Klinik, die Drogenentzugsstation Frankental, das Zentrum für Essstörungen des Universitätsspitals Zürich und die Klinik Meissenberg (ZG) erhalten Leistungsaufträge für spezialisierte beziehungsweise eingeschränkte Bereiche der Erwachsenenpsychiatrie. Drei weitere Bewerber in diesem Versorgungsbereich – die Privatklinik Hohenegg, die Drogenentzugsstation Beth Shalom und die Aeskulap Klinik (SZ) – wurden nicht berücksichtigt, da der prognostizierte Bedarf mit Kliniken gedeckt werden kann, die in der Evaluation besser abgeschnitten hatten.

Im Bereich der stationären Kinder- und Jugendpsychiatrie sind der Kinder- und Jugendpsychiatrische Dienst Zürich, das Kinderspital Zürich, das Sozialpädiatrische Zentrum des Kantonsspitals Winterthur, Clienia Littenheid (TG), die Klinik Sonnenhof (SG) und die Modellstation Somosa aufgeführt.

Die Modellstation Somosa wurde ursprünglich als Spezialangebot evaluiert und war im Entwurf der Zürcher Spitalliste 2012 Psychiatrie nicht aufgeführt. Im Rahmen der Vernehmlassung wies die Institution nach, dass sie den überwiegenden Anteil ihrer Pflegetage für minderjährige Jugendliche erbringt. Sie wird deshalb neu dem Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie zugeordnet. Da hier die Angebotskapazitäten innerhalb des Kantons knapp sind, wird die Modellstation Somosa trotz an sich schlechter Wirtschaftlichkeit unter Auflagen mit einem befristeten Leistungsauftrag betraut.

In der forensischen Psychiatrie wird eine Konzentration des Angebots angestrebt. Auf der Basis einer kapazitätsorientierten Planung erhält die Psychiatrische Universitätsklinik Zürich mit dem Zentrum für Forensische Psychiatrie in Rheinau als einzige Klinik einen Leistungsauftrag für stationäre forensische Erwachsenenpsychiatrie.

Insgesamt kann das in der Zürcher Spitalliste 2012 Psychiatrie berücksichtigte Angebot den Bedarf der Zürcher Bevölkerung an stationärer Versorgung auch unter Berücksichtigung der zu erwartenden Patientenströme und der für 2020 prognostizierten Bedarfsentwicklung decken.

«Rollende Planung» mit Blick auf zukünftige Entwicklungen

Die Zürcher Spitalliste 2012 Psychiatrie gilt ab 1. Januar 2012. Sie berechtigt die aufgeführten Listenspitäler zum einen, im Umfang der erteilten Leistungsaufträge zu Lasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung tätig zu sein. Zum andern verpflichtet sie die Kliniken und Institutionen, Leistungen gemäss den erteilten Leistungsaufträgen zu erbringen und die damit verbundenen Anforderungen zu erfüllen. Mit der Festsetzung der Zürcher Spitalliste 2012 Psychiatrie wird die bisherige Zürcher Spitalliste 2011 Psychiatrie mit den Abschnitten A und B per 31. Dezember 2011 aufgehoben.

Für die psychiatrische Versorgung im Kanton gilt – wie für die Spitalplanung in den Bereichen Akutsomatik und Rehabilitation – das Prinzip der «rollenden Planung». Die Gesundheitsdirektion wird in periodischen Abständen die Psychiatrieplanung und die Spitalliste Psychiatrie überprüfen und aktualisieren. Eine Anpassung an zukünftige Entwicklungen und Anforderungen in der Psychiatrie ist damit gewährleistet.


Der Regierungsratsbeschluss wird im Verlaufe der nächsten Stunde unter www.rrb.zh.ch aufgeschaltet.


Der Strukturbericht Psychiatrie, die Zürcher Spitalliste 2012 Psychiatrie und weitere Informationen zum Projekt Psychiatrieplanung 2012 sind im Internet unter www.gd.zh.ch/psych2012 verfügbar.

(Medienmitteilung des Regierungsrates)

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